Du hast das bestimmt schon selbst erlebt. Sätze schwirren in deinen Gedanken herum, schnelle Skizzen und Kritzeleien, die im Gespräch entstanden sind liegen neben dir auf dem Schreibtisch. Bilder und Assoziationen tauchen auf, die sich passend anfühlen. Hier und dort ein Gedanke der Sinn macht, aber einige die noch querstehen. Es braucht nur… ja, was eigentlich?
Zu Beginn eines Projekts sieht es bei uns oft genau so aus. Der Start ist selten eine Tabula rasa. Oft gibt es schon Spuren, Ansätze, Lieblingsgedanken und lose Enden, die noch verbunden werden müssen. Ideen kommen selten geschniegelt daher. An dieser Stelle stürzen wir uns nicht sofort ins Design. Wir hören zu und schauen uns an, was bereits auf dem Tisch liegt. Ziele, Bauchgefühl, Rahmenbedingungen, interne Stimmen, externe Erwartung. Irgendwann im Prozess tauchen dann die Fragen auf, die alles in eine Richtung lenken: Was soll am Ende wirklich ankommen? Für wen? In welchem Moment? Was ist eigentlich nur Lärm, der sich mit der Zeit eingeschlichen hat?
Wenn wir diese Fragen beantwortet haben, passiert etwas ziemlich Befreiendes: Dinge bekommen Gewicht. Manche werden größer andere dürfen dafür leiser werden und plötzlich zeichnet sich eine Richtung ab, wie eine Spur, der man folgen kann. Dann kommt aber der Teil, den viele oft unterschätzen: Der Weg läuft selten geradeaus. Spuren verschwinden, der Weg läuft in Schleifen. Du folgst der Spur, probierst aus aber merkst schnell, dass da etwas nicht ganz funktioniert. Der Ton stimmt, der Hierarchie fehlt noch Feinschliff. Das Layout sitzt, aber im Endformat kippt es noch. Die Bildwelt wirkt, aber die Aussage wirkt schwammig. Du verfolgst deine Spuren zurück, nicht unbedingt weil du dich verlaufen hast, sondern weil du genauer hinschaust. Ideen nehmen bei uns genau in solchen Momenten Form an. Gestaltung ist dann die natürliche Konsequenz daraus. Typografie setzt den Takt, Raster gibt Halt, Farbe verleiht die Stimmung. Die Bildsprache ist der erste Eindruck noch bevor man beginnt zu lesen. Sobald alle diese Elemente ineinandergreifen, fühlt es sich plötzlich selbstverständlich an.
Dann kommt der Realitätstest. Das Format, die Anwendung, die Stelle an der Design zeigen muss, ob es nur am Bildschirm gut aussieht oder auch im Alltag. Website, Folder, Plakat, Leitsystem, Social Templates und und und… Spätestens zu diesem Zeitpunkt werden Dinge nochmals geschärft, manchmal nur um Millimeter oder vielleicht doch ein ganzer Abschnitt.
Das macht den Unterschied.
Am Ende wirkt es oft, als wäre das alles einfach passiert. So leicht war es dann aber doch nicht. Hin und wieder schon andere Male aber nicht. Es war ein Weg durch Gedankennebel, Entscheidungen, kleine Rücksprünge und die permanente Frage “Passt das wirklich zu dem, was wir sagen wollen?”.
Genau so nehmen Ideen Form an.
Jedes Projekt hat ein eigenes Wesen. Nach außen wirkt manches leicht und selbstverständlich und trotzdem steckt dahinter viel mehr als es erscheinen mag.
Bilder fragen nicht lange nach Erlaubnis. Sie setzen schon im ersten Augenblick den Ton, bauen Nähe oder Distanz auf noch bevor das erste Wort überhaupt fällt.